
Gish Amit
Gish Amit studierte an der Universität Tel Aviv (B.A., Philosophie) und der Ben-Gurion University (M.A., Ph.D., hebräische Literatur). Von 2007 bis 2011 unterrichtete er kulturelle Aspekte der zionistischen Bewegung an der Ben-Gurion University. In seiner Dissertation, „Ex-Libris: the Jewish National and University Library 1945–1955”, erforscht er die Sammeltätigkeit palästinensischer Bibliotheken im Palästinakrieg von 1948, die Aneignung von Manuskripten jüdischer Emigranten aus dem Jemen und die Neuverteilung jüdischen kulturellen Eigentums nach dem Holocaust. Im Rahmen postkolonialer Theorie wirft die Untersuchung Licht auf die Beziehung zwischen dem Staat Israel und der Geschichte der jüdischen Diaspora und der palästinensischen Vergangenheit des Landes, wobei sie sich auf unveröffentlichte Dokumente stützt. Die Dissertation wird vom Van Leer Jerusalem Institute veröffentlicht werden. Zu Amits Veröffentlichungen zählen u. a.: „A Strange Monument: On the Collecting of Palestinian Libraries in the 1948 War“, Journal of Palestine Studies (2011), „Hannah Arendt und Gershom Scholem: Die Korrespondenz über die Neuverteilung jüdischer Kulturgüter nach dem Zweiten Weltkrieg“ (auf Hebräisch), Mita'am (2009) und das Buch Die ungehörte Stimme: Eine andere Sicht auf Kinder in Schulen (auf Hebräisch), mit Gadi Avidan und Chen Lampert (2005).
Als EUME-Fellow wird Gish Amit sein Dissertationsprojekt erweitern und die Zukunft der palästinensischen Kulturgüter untersuchen. Neben der Behandlung der Fragen von Gesetzesnovellierung, historischer Verantwortung, Versöhnung und Rückgabe soll es eine alternative Genealogie des Konzepts des Rechts auf Rückkehr umreißen – aus dem theoretischen Blickwinkel der Verwaltung eines Kulturerbes.



