EUME

Ahmed Fekry Ibrahim

Ahmed Fekry Ibrahim schloss 1999 sein Studium der Übersetzungs- und Sprachwissenschaften an der Al-Azhar-Universität in Kairo ab. Danach arbeitete er als Journalist für die Middle East Times und andere ägyptische Zeitungen. Den M.A. in Angewandter Sprachwissenschaft machte er an der American University in Kairo (2004) und wurde in Islamwissenschaft mit Schwerpunkt auf islamischem Recht, islamischem Modernismus und Literatur der prophetischen Tradition an der Georgetown University, Washington D.C., promoviert (2011). Mit Unterstützung eines Fellowships für Archivforschung des American Research Center in Egypt 2009–10 schrieb er seine Doktorarbeit „School Boundaries and Social Utility in Islamic Law: The Theory and Practice of Talfīq and Tatabbu al-Rukha in Egypt“, in der er den pragmatischen Gebrauch des sunnitischen Rechtspluralismus im Ägypten des 20. Jahrhunderts zu Entwicklungen zurückverfolgt, die sich in der Zeit der Mamluken und Osmanen in Gerichtspraxis und Rechtstheorie vollzogen. Indem Ibrahim die Kontinuität im Rechtstheoriediskurs zwischen Moderne und „Vormoderne“ aufzeigt, stellt er die Auffassung infrage, dass der pragmatische Gebrauch des Rechtspluralismus keine historischen Wurzeln in der traditionellen islamischen Rechtstheorie hatte. In seiner Arbeit geht er auch der Interaktion zwischen Rechtstheorie und Gerichtspraxis nach und verwendet dabei sowohl osmanisches Archivmaterial als auch unveröffentlichte rechtstheoretische Manuskripte. Untersucht wird die Anpassung der Gerichtspraxis durch Juristen und ihre Implikationen für eine Veränderung des Rechts. Als EUME-Fellow wird er an einem Buchmanuskript arbeiten, das auf seinem Dissertationsprojekt aufbaut.