Forschungsfelder

Europa im Nahen Osten – Der Nahe Osten in Europa integriert fünf Forschungsfelder, die an Bruchlinien nationaler, religiöser oder kultureller Vorverständnisse ansetzen. Aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven (Islamwissenschaften, Philologie, Geschichte, Literaturwissenschaft, Politologie) zielt EUME darauf ab, die Bedeutung der Forschung zu außereuropäischen Kulturen und Gesellschaften für die Differenzierung der Geistes- und Sozialwissenschaften unter den Bedingungen globaler Verflechtungen deutlich zu machen.

Der Koran als Text einer gemeinsamen Antike und geteilten Geschichte
lokalisiert den Gründungstext des Islam innerhalb der religiösen Landkarte der Spätantike und verbindet eine Historisierung seiner Entstehung mit seiner Rezeption und Wahrnehmung in Europa und dem Nahen Osten.
Leitung: Angelika Neuwirth (Freie Universität Berlin)

Mobile Traditionen: Vergleichende Perspektiven auf nahöstliche Literaturen
ist literaturwissenschaftlich ausgerichtet und untersucht nahöstliche Literaturen im Hinblick auf national-philologische Kanonbildungen, Übersetzungsprozesse und literarische Verflechtungen mit den Literaturen anderer Regionen.
Leitung: Friederike Pannewick (Universität Marburg) und Samah Selim (Rutgers University)

Politisches Denken im modernen Islam: Nahöstliche und europäische Perspektiven
thematisiert moderne islamische Ideen und Konzepte im Kontext der zeitgenössischen Diskurse um Moderne, Säkularität und Gerechtigkeit.
Leitung: Gudrun Krämer (Freie Universität Berlin)

Städtevergleich: Urbaner Wandel im Mittelmeerraum und angrenzenden Regionen
möchte aus dem Blickwinkel der historischen Erfahrungen soziokultureller, ethnischer und religiöser Differenz in den Städten am Mittelmeer und dem Indischen Ozean zur Debatte über Pluralismus, Staatsbürgerschaft und Zivilgesellschaft beitragen.
Leitung: Ulrike Freitag und Nora Lafi (beide Zentrum Moderner Orient)

Tradition und die Kritik der Moderne: Säkularismus, Fundamentalismus und Religion aus nahöstlichen Perspektiven
ist begriffsgeschichtlich orientiert und darauf ausgerichtet, Schlüsselbegriffe der Moderne im Horizont nahöstlicher Erfahrungen zu durchdenken, um zu inklusiveren Vorstellungen von Politik und Gesellschaft beizutragen.
Leitung: Amnon Raz-Krakotzkin (Ben Gurion University of the Negev)

In diesen Forschungsfeldern arbeiten Wissenschaftler aus Deutschland, Europa, den USA, den arabischen Ländern, Israel, Iran, der Türkei und anderen Ländern zusammen, die eine Vielfalt von Disziplinen vertreten. Die Forschungsfelder sind in leistungsstarke Forschungszusammenhänge von Berliner Universitäten und Forschungseinrichtungen eingebettet.