
Nurşen Gürboğa
Nurşen Gürboğa wurde 2005 an der Boğaziçi University am Atatürk-Institut für Moderne Türkische Geschichte promoviert. Ihre Dissertation „Minenarbeiter, der Staat und Krieg, das Kohlebecken von Zonguldak als Schauplatz der Auseinandersetzung: 1920–1947“ behandelt die konfliktreichen Beziehungen zwischen der kemalistischen Einparteienherrschaft, den Minenarbeitern und den Unternehmen mit Schwerpunkt auf dem Protest der zwangsverpflichteten Minenarbeiter gegen die repressiven Arbeitsvorschriften der herrschenden Elite sowie dem Basisaktivismus im Kohlebecken von Zonguldak während des Zweiten Weltkriegs. Gürboğas Dissertation wurde 2009 vom Osmanlı Bank Research Center veröffentlicht, ihr Aufsatz „Compulsory Mine Work: The Single-party Regime and Zonguldak Coalfield as the Site of Contention, 1940–1947“ erschien in der International Review of Social History (2009). Gürboğas Forschungsinteressen sind die Geschichte des späten Osmanischen Reichs und der frühen republikanischen Türkei, Labor History und soziale Bewegungen. Seit 2003 unterrichtet sie osmanische und türkische Geschichte, Politik und Gender in der türkischen Gesellschaft an der Marmara University am Fachbereich für Politikwissenschaft und internationale Beziehungen.
Während des EUME-Fellowships wird sie an ihrem Forschungsprojekt „Istanbul als Stadt der Unterschichten: Die Dampfschiffarbeiter von Şirket-i Hayriye (1890–1940)“ arbeiten. Das Projekt soll die dynamischen Beziehungen der Unterschichten im Istanbuler Stadtleben vom späten 19. Jahrhundert bis zu den 1940er Jahren erforschen. Hierzu werden die Lebens- und Arbeitserfahrungen der Arbeiter der Gesellschaft Şirket-i Hayriye und ihrer Familien untersucht.



