EUME

Adam Mestyan

Adam Mestyan ist als Historiker auf die arabische und osmanische Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts spezialisiert. Er schloss das Studium der Kunstphilosophie (M.A. 2004) und der Arabistik und Semitistik (M.A. 2005) an der ELTE, Budapest, ab. Außerdem studierte er Arabisch in Tunesien, Kuwait und Ägypten und osmanisches Türkisch in Budapest und Istanbul. Nach einem dritten Abschluss in Vergleichender Literaturwissenschaft (2007) an der CEU Budapest verfasste Mestyan seine Doktorarbeit „’A garden with mellow fruits of refinement’ – Music Theatres and Politics in Istanbul and Cairo (1867–1892)“ (CEU, 2011), die auf umfangreichen Recherchen in türkischen, ägyptischen und französischen Archiven beruht. Seine vergleichende Untersuchung erforscht die frühe Kulturpolitik im Nahen Osten anhand von Musiktheatern, wobei Theater als ein hierarchischer öffentlicher Raum aufgefasst wird, der in öffentliche Finanzierung eingebunden oder davon ausgeschlossen ist. Mestyan untersucht das koloniale Ägypten des späten 19. Jahrhunderts in seinem osmanischen Milieu und trägt somit auch zur Erforschung des Kosmopolitanismus, von Netzwerken des Mittelmeers und der späten osmanischen Stadtgeschichte bei.

Während seines Aufenthalts als EUME-Fellow in Berlin wird er seine Dissertation zu einem Buchmanuskript umarbeiten und eine Anzahl von Aufsätzen vorbereiten. Seine letzte Veröffentlichung zum Thema ist „Niqat hawla al-siyasa al-thaqafiyya li-hukumat ‘Urabi – mustaqbal al-masrah al-‘arabi fi mayu 1882“ („Anmerkungen zur Kulturpolitik der ‘Urabi-Regierung – die Zukunft des ägyptischen Theaters im Mai 1882“), Al-Ruzname – The Egyptian Documentary Annals (2010).