Akademisches Jahr 2012/2013

Refqa Abu-Remaileh

befasst sich in ihrer Forschung mit den Schnittstellen von moderner arabischer Literatur und Film. Sie studierte moderne Nahoststudien an der University of Oxford (Ph.D. 2001, M.St. 2004) und Englische Literatur an der University of British Columbia (B.A. 2002). Abu-Remaileh untersuchte in ihrer Dissertation das Werk zweier palästinensischer Staatsbürger Israels: die Romane von Emile Habibi (1922–1996) und die Filme von Elia Suleiman (1960–). Nach ihrer Promotion war Abu-Remaileh für das Nahostprogramm der Oxford Research Group (www.oxfordresearchgroup.org.uk) tätig, einer Konfliktlösungsorganisation mit Schwerpunkt auf dem israelisch-palästinensischen Konflikt. Sie gründete eine neue Gruppe für strategisches Denken, an der palästinensische Staatsbürger Israels beteiligt waren.
Während ihres Aufenthalts in Berlin wird Abu-Remaileh an einem Buchprojekt arbeiten, in dem sie ihr Dissertationsthema weiter ausbaut. Das Buch wird aus einer vergleichenden, interdisziplinären Sichtweise heraus die narrativen Verflechtungen in und zwischen Literatur und Film untersuchen.

Yigit Akin

ist Assistant Professor für Geschichte am College of Charleston. Er schloss mit dem M.A. an der Boğaziçi University ab und promovierte an der Ohio State University. Seine Dissertation »The Ottoman Home Front during World War I: Everyday Politics, Society, and Culture« untersucht die sozialen und kulturellen Dimensionen der verheerenden Erfahrung des Ersten Weltkriegs in der osmanischen Gesellschaft und analysiert die Auswirkungen des Krieges auf die Zivilbevölkerung des Reichs. Er ist Autor von Gürbüz ve Yavuz Evlatlar: Erken Cumhuriyet''te Beden Terbiyesi ve Spor [Robuste, kräftige Kinder: Sportunterricht und Sport in der frühen Republik Türkei] (Istanbul: İletişim Yayınları, 2004), einer Untersuchung der Entstehung und Entwicklung von Sportunterricht und Sportpolitik während der spätosmanischen bis zur frühen republikanischen Ära. Weitere Veröffentlichungen umfassen »The Dynamics of Working Class Politics in Early Republican Turkey: Language, Identity, and Experience«, International Review of Social History (2009), und »Reconsidering State, Party, and Society in Early Republican Turkey: Politics of Petitioning«, International Journal of Middle East Studies (2007).
Während seines EUME-Fellowships wird Akin seine Forschungs­arbeit erweitern und ein Buchmanuskript erarbeiten, das auf seiner Dissertation aufbaut.

Motaz Alkhatib

promovierte 2009 an der Omdurman Islamic University, Sudan. Seine Dissertation wurde 2011 unter dem Titel »Der textkritische Zugang zum Hadith: Eine Untersuchung der Verfahren der Muhaddithin und Usuliyin« veröffentlicht (auf Arabisch). Vor seinem Aufenthalt in Berlin war Alkhatib von 2004 bis 2012 leitender Produzent von Al-Shariah und Leben, einer Sendung von Al-Dschasira. Darüber hinaus war er von 2004 bis 2009 als Chefredakteur von Islam und Zeitgeschehen, IslamOnline.net, tätig. Alkhatib war Gründungsmitglied des »Intellektuellen Forums für Erneuerung« (al-Multaka al-Fikri), das einen Rahmen für kritisches islamisches Denken bietet. Er war Gast des ZMO in Berlin und Gastdozent an der Universität Qatar und der Islamic University Beirut. Er hat zehn Bücher und zahlreiche Artikel auf Arabisch veröffentlicht, darunter Der textkritische Zugang zum Hadith, Das staatliche Dilemma zwischen Islamisten und Liberalen und Islamischer Zorn: Dekonstruktion der Gewalt.
Alkhatibs Projekt während seines EUME-Fellowships ist »Der Faqih in der Neuzeit: Ein Beitrag zur Geistesgeschichte«. Das Projekt versucht, islamisches Rechtsdenken im modernen Staat zu historisieren. Dazu werden seine Arbeitsweise und die Mittel erforscht, derer es sich bedient.

Yazid Anani

ist Assistant Professor für Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung an der Birzeit University, Ramallah. Er ist zur Zeit Vorsitzender des Hochschulrats der Internationalen Kunstakademie Palästina. Seine Arbeits- und Forschungsinteressen sind koloniale und postkoloniale Räume sowie Themen in Architektur, Neoliberalismus und Macht. Anani promovierte 2006 in Raumplanung an der TU Dortmund. Er ist in einer Reihe von Kollektiven und Projekten aktiv, wie Decolonizing Architecture (DAAR), RIWAQ Biennale und Ramallah Syndrome. Er hat zahlreiche Projekte kuratiert und mitkuratiert, darunter Palestinian Cities: Visual Contention, Ramallah – the fairest of them all?, Between Ebal and Gerzim, und hat kritische Einzel- und Gemeinschaftsprojekte durchgeführt, die sich vor allem mit dem öffentlichen Raum befassen, wie Al-Riyadh and Urban Cafés. Aktuell ist er Kurator der 4. Städteausstellung des Birzeit University Museum, Jericho – beyond the celestial and terrestrial. Anani hat weltweit Vorträge gehalten und an zahlreichen Konferenzen und Seminaren zum Thema urbaner Wandel und Neokolonialismus teilgenommen.
Als EUME Fellow in Berlin wird er an einem Projekt namens »Räumliche Veränderung und die Konstruktion palästinensischer nationaler Identität« arbeiten.

Issam Eido

studierte Islamwissenschaft an der Universität Damaskus (B.A. 2000). Seine Dissertation »Die Methodik von Hadith-Gelehrten bei der Beurteilung von Überlieferungen« schloss er 2010 am Fachbereich für Koran- und Hadithforschung der Universität Damaskus ab. In seiner Dissertation analysiert er, wie sich die Beurteilungskriterien für die Hadithen im klassischen Zeitalter und insbesondere zu Beginn der Moderne veränderten. Sein vorrangiges Forschungsinteresse gilt der frühen und klassischen Koran- und Hadithforschung und muslimischer Geistesgeschichte. Eido ist seit 2010 Dozent an der Fakultät für Scharia der Universität Damaskus. Er hat zum Gebiet der Hadith- und Koranforschung publiziert und gelehrt.
2005 gründete er das Dalalah-Institut, das westlichen Forschern Fortbildung in klassischem Arabisch, den traditionellen islamischen Wissenschaften und Nahoststudien bietet.
Als EUME Fellow wird Eido traditionelle islamische sowie westliche Auslegungen des letzten Verses der ersten Koransure Q 1:7 erforschen. Zuerst wird er den Vers im allgemeinen Kontext der Sure verorten und ihn dann für eine Fallstudie über Vereinbarkeit und Verschiedenheit islamischer und westlicher Ansätze zu einer Interpretation des Koran im Allgemeinen verwenden.

Tarek El-Ariss

ist Assistant Professor für Arabische Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft am Fachbereich für Nahoststudien der University of Texas at Austin. Er machte den B.A. in Philosophie an der American University in Beirut und promovierte in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Cornell University. Seine Forschungsinteressen umfassen zeitgenössische arabische Literatur, Visual Culture und neue Medien, französische und arabische Philosophie und Reiseliteratur des 18. und 19. Jahrhunderts sowie Affekttheorie und poststrukturalistische Theorie. Aufsätze von ihm erschienen in Camerawork, The Muslim World, Comparative Literature Studies und dem International Journal of Middle Eastern Studies.
El-Ariss ist Autor von Trials of Arab Modernity: Literary Affects and the New Political (Fordham University Press) und Herausgeber von The Arab Renaissance: Anthology of Nahda Literature, Culture, and Language (Modern Language Association), die 2013 erscheinen werden. Für das Center for Middle Eastern Studies gibt er bei University of Texas Press die Reihe Emerging Voices from the Middle East mit ins Englische übersetzter Literatur heraus.
Als EUME Fellow wird El-Ariss den begrifflichen Rahmen seines neuen Buchprojekts über arabische Literatur und das Virtuelle weiterentwickeln und untersuchen, wie Formen der Konfrontation, der Verbreitung und des Exhibitionismus Schreibverfahren und Kritik der Macht gestalten.

Esra Gözeler*

studierte Islamwissenschaft (M.A. 2005, Promotion 2009) am Fachbereich für Theologie der Universität Ankara. Ihre Abschlüsse machte sie auf dem Gebiet des Tafsir (Koranexegese). Seit 2003 arbeitet sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Ankara. Sie erhielt ein Stipendium des türkischen Bildungsministeriums zum Studium des Arabischen an der University of Jordan, Amman (2005-2006), und ein weiteres Stipendium der Pontificia Università Gregoriana in Rom zum Studium der Christlichen Theologie und um für ihre Dissertation zu forschen (2006-2007). Sie besuchte einen Kurs über »Jüdische Identität und Diversität im Wandel der Zeiten« (September 2007), koordiniert vom Cardinal Bea Centre for Judaic Studies am Päpstlichen Bibelinstitut (PIB) in Jerusalem, und war Mitdozentin eines interdisziplinären Kurses über jüdische, christliche und muslimische Traditionen der Exegese an der Pontificia Università Gregoriana (Frühjahr 2010).
Seit 2010 ist Gözeler Vize-Koordinatorin des Theologie-Programms (Ausländische Studenten) am Fachbereich für Theologie der Universität Ankara und war darüber hinaus in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich und der Eugen-Biser-Stiftung als wissenschaftliche Redakteurin für das christlich-islamische Wörterbuch tätig.
Als affiliierte EUME Fellowin der Alexander von Humboldt-Stiftung wird sie in Berlin an einem Projekt mit dem Titel »Chronologisch-faktische Annäherung an die während der Zeit in Medina offenbarten Verse (zwischen Rabī‘ al-ākhir AH 4 und Rabī‘ al-awwal AH 11)« arbeiten.
* Affiliierte EUME Fellowin der Alexander von Humboldt-Stiftung

Magdi Guirguis*

promovierte an der Philosophischen Fakultät der Cairo University. Er ist Mitglied der Ägyptischen Historischen Gesellschaft und ständiges Mitglied des ägyptischen Nationalkomitees für das Erste Buch. Zur Zeit lehrt er an der Kafrelsheikh University. Guirguis ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen auf Arabisch auf dem Gebiet der Sozialgeschichte. Zu seinen Veröffentlichungen auf Englisch zählen: An Armenian Artist in Ottoman Egypt: Yuhanna al-Armani and His Coptic Icons, The American University in Cairo Press, 2008, und als Koautor mit Nelly Van Doorn-Harder The Emergence of the Modern Coptic Papacy in der Reihe The Popes of Egypt, hg. von Stephen Davis und Gawdat Gabra, The American University in Cairo Press, Bd. III, 2011.
Guirguis war EUME Fellow 2006/2007. Von Oktober 2012 bis Dezember 2013 wird er Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung und von EUME sein. In Berlin wird er seine Forschungsarbeit auf das Thema »Eine sozioökonomische Geschichte koptischer Klöster im Ägypten der Mamlukenzeit und im Osmanischen Reich (15.-18. Jahrhundert)« konzentrieren.
* Affiliierter EUME Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung

Zeina G. Halabi

unterrichtet Arabische Sprach- und Kulturwissenschaft an der University of North Carolina, Chapel Hill. Sie studierte Anthropologie an der American University Beirut (B.A. 2001) und der London School of Economics (M.S. 2002) und promovierte 2011 in Arabischer Literatur an der University of Texas at Austin (Ph.D. 2011). In ihrem aktuellen Buchprojekt »Melancholie schreiben: Der Tod des Intellektuellen in der modernen arabischen Literatur« behandelt Halabi die elegischen Werke moderner und zeitgenössischer arabischer Dichter und Romanautoren und untersucht die Art und Weise, wie arabische Autoren, die sich mit verschiedenen literarischen und geschichtlichen Generationen identifizieren, den Tod ihrer Schriftstellerkollegen beklagt und ihrer gedacht haben. Im Dialog mit Theoriebeiträgen aus Psychoanalyse, Poststrukturalismus und Gender Studies untersucht Halabi die Melancholie als kollektive psychologische und politische Verlusterfahrung nach der arabischen Niederlage 1967.
Während ihres EUME-Fellowships plant Halabi außerdem die Fertigstellung eines neuen Kapitels ihres Buchs über die Darstellung des intellektuellen Nahdisten in Rachid al-Daifs Roman Paving the Sea (2011) – al-Daifs Requiem sowohl für den Intellektuellen als auch für die Werte der Aufklärung, die er verkörpert.

Kader Konuk*

ist seit 2001 Professorin für Vergleichende Literaturwissenschaft und German Studies an der University of Michigan. Sie promovierte 1999 im Fach Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Paderborn, lehrte unter anderem an der Yeditepe Üniversitesi in Istanbul und forschte als Humboldt-Stipendiatin in Australien. Als ausgebildete Literaturwissenschaftlerin für deutsch-, türkisch- und englischsprachige Literatur liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit in der disziplinären Verknüpfung von Literaturkritik, Kulturwissenschaft und Kulturgeschichte. Ihr Forschungsgebiet verortet sie an den Schnittpunkten von jüdischen, christlichen und muslimischen Gemeinden, beginnend mit den osmanischen Modernisierungsreformen des frühen 18. Jahrhunderts bis zu türkisch-deutschen Beziehungen im 21. Jahrhundert. Bei der Untersuchung des Zusammenhangs für Ost-West-Beziehungen (Botschaftsmissionen, militärische Unternehmungen, Reisen, Migration und Exil) analysiert sie kulturelle Praktiken wie Integration, Assimilation und Ethno-Maskerade. In ihrer 2010 bei Stanford University Press erschienen Monografie East West Mimesis: Auerbach in Turkey untersucht Kader Konuk die Beziehung zwischen deutsch-jüdischem Exil und der Modernisierung der Geisteswissenschaften in der Türkei. Dieses Buch ist vor Kurzem mit dem Buchpreis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ausgezeichnet worden. In ihrem aktuellen Buchprojekt Secular Modernity stellt sie die übliche Gleichsetzung von Säkularisierung mit westlicher Modernisierung infrage. 2004/2005 war sie Fellow des Arbeitskreises Moderne und Islam in Berlin.
* Affiliierte EUME Fellowin

Iman Mersal*

– Dichterin, Essayistin, Übersetzerin und Literaturwissenschaftlerin – ist Professorin für Arabische Literatur an der University of Alberta. 2009 promovierte sie an der Cairo University mit einer Dissertation zu »Images of America in Arabic Travel Literature«. Ihr wissenschaftliches Werk umfasst »Eliminating diasporic identities«, PMLA (2008), und »Al-Daw’ al-Azraq: Al-Waqa‘i’ Masyadat Al-Dhakira« [Das blaue Licht: Realität als Gedächtnisfalle], Alif (2011). Mersal hat vier Gedichtbände auf Arabisch geschrieben, von denen eine Auswahl ins Englische, Französische, Deutsche, Spanische, Niederländische, Hebräische, Italienische u. a. übersetzt wurde. Englische Übersetzungen wurden in Paris Review, American Poetry Review und The Kenyon Review veröffentlicht. In der Übersetzung von Khaled Mattawa erschien These Are Not Oranges, My Love (Sheep Meadow Press, 2008). Mersal hat außerdem viele Essays veröffentlicht, darunter »Ayam Mansura« [Tage in Mansoura] in Amkenah (2010), »al-Sawt fi Ghayri Makanihi« [Die verdrängte Stimme] in The Middle Ear (2011) und »Revolutionary Humour« in Globalization (2011).
Während ihres EUME-Fellowships wird Mersal an ihrem Buch »Orienting Occidentalism: Images of America in Arab Travel Literature« arbeiten.
*EUME Fellowin des Centrums für Nah- und Mitteloststudien (CNMS/Philipps-Universität Marburg

Samer Rashwani

studierte Islamwissenschaft an der Universität von Damaskus (B.A. 1997). In Zusammenarbeit mit einer Gruppe junger arabischer Intellektueller begründete er 1998 ein neues Forum für kritisches islamisches Denken (al-Multaka al-Fikri/Intellektuelles Forum für Erneuerung). Er zog nach Ägypten, um an der Cairo University sein Studium der Koranwissenschaft abzuschließen (M.A. 2004, Ph.D. 2007). Thema seiner Dissertation war »Die Verteidigung des Koran vom 3. bis 5. Jahrhundert AH und seine Rolle bei der Entwicklung der Koranwissenschaft«. Seit 2007 ist Rashwani Dozent an der Fakultät für Scharia (Universitäten Damaskus und Aleppo). Er unterrichtete mehrere Kurse zu Hadith, Koranwissenschaft und Methodologie.
Rashwani war EUME Fellow 2011/2012 und wird 2012/2013 weiter an seinem Forschungsprojekt »Die textuelle Relevanz der koranischen Sure und ihr Einfluss auf die semantische und pragmatische Interpretation des Koran« arbeiten, das die traditionellen Regeln der Koraninterpretation neu bewerten und neu definieren soll. Dieses Projekt steht in einer Reihe mit Rashwanis Forschungsvorhaben, das er in seiner Magisterarbeit »Die Methodik thematischer Interpretation des Koran: ein kritischer Ansatz« (auf Arabisch, 2009) begann, die in den Lehrplan des Postgraduiertenstudiums Koranwissenschaft der Universität Damaskus aufgenommen wurde.

Hania Sobhy

wurde in Politik und Internationale Studien an der School of Oriental and African Studies (SOAS), University of London, promoviert. Sie studierte Politikwissenschaft (M.A.) sowie Wirtschaftswissenschaft und Politikwissenschaft (B.A.) an der McGill University. Ihre Vorträge und Veröffentlichungen befassen sich mit islamistischen und postislamistischen Diskursen, Klasse, Gender und Staatsbürgerschaft und verschiedenen Aspekten der Ausbildung in Ägypten. Sobhy unterrichtete Regierung und Politik des Nahen Ostens an der SOAS, Internationale Beziehungen an der University of Exeter, Wirtschaftsentwicklung und internationale Wirtschaftswissenschaft an der Misr International University sowie Vergleichende Politikwissenschaft und Internationale Politik der Wirtschaftsbeziehungen an der McGill University. Seit 2004 arbeitet sie über Entwicklungspolitik, Forschung und Projektevaluierung in Ägypten.
Während ihres EUME-Fellowships wird Sobhy die Mobilisierung von prorevolutionären und salafistischen Kräften in den ägyptischen Präsidentschaftswahlen von 2012 untersuchen. Auf während der Wahlen durchgeführter Feldforschung und verschiedenen Sekundärquellen aufbauend, wird sie die Verwendung religiöser Themen, die Mobilisierung politischer Emotionen und die Steuerung von Klassengrenzen im Wahlkampf und in geäußerten Wahlentscheidungen erforschen.

Hanan Toukan

promovierte 2011 an der SOAS, University of London. Ihr Studium der Politik an der McGill University in Montreal schloss sie mit dem B.A. ab und machte den M.Sc. in Soziologie an der London School of Economics. Toukans Dissertation »Art, Aid, Affect: Locating the Political in Post-Civil War Lebanon’s Contemporary Cultural Practices« behandelt die institutionellen Strukturen und sachverwandten Diskurse, die bestimmen, wie Menschen zu kultureller Produktion Zugang finden und über sie sprechen. Toukan untersucht darin die Rolle von internationalen Kulturförderungsinstitutionen, »globale« und »lokale« Diskurse über Kunst und Kultur und mobile theoretische Vorstellungen und Verordnungen über den Ort »des Politischen« in der kulturellen Produktion. Seit 2009 ist sie Teaching Fellow an der SOAS, University of London, wo sie als Dozentin am Fachbereich für Politik und Internationale Studien und am Center for Media and Film Studies tätig ist. Darüber hinaus war sie Gastdozentin am Goldsmiths, University of London, und war 2012 CBRL Post-Doctoral Visiting Research Fellow am Kenyon Institute in Ostjerusalem.
Als EUME Fellow wird Toukan an einem Buchmanuskript arbeiten, das auf ihrer Dissertation beruht und diese erweitert. Dazu betrachtet sie, wie der revolutionäre Umbruch in der Region durch Aktivisten-, Künstler- und Schriftstellerkollektive im Kontext der sich verändernden Alltagspolitik in Bezug auf den öffentlichen Raum, den Staat und die internationalen Beziehungen gelebt und aufrechterhalten wird.